Diatomeen

Einführung

Diatomeen oder Kieselalgen sind eine Gruppe von braune Algen, die in allen Gewässern vorkommen, sowohl im Süßwasser als auch im Salzwasser. Diatomeen sind ein wichtiges Glied im ökologischen Kreislauf. In Bächen und Flüssen sieht man oft Steine, die mit einer braunen Schicht bestehend aus Kieselalgen bedeckt sind. Alle Algen haben Chloroplasten, in denen die Photosynthese stattfindet. Sie erfüllen die gleiche Funktion wie die Chloroplasten in den Zellen von Landpflanzen. Die Chloroplasten von Kieselalgen haben eine braune Farbe, da sie neben dem grünen Farbstoff Chlorophyll auch das braune Pigment Fucoxanthin enthalten. Fucoxanthin kommt auch in die Braunalgen vor, die man oft am Strand findet.

Die Zellen von Diatomeen sind von einem zweiteiligen Exoskelett umgeben, das aus Siliziumdioxid (der Substanz, aus der Quarzsand besteht) besteht. Eigentlich sind es zwei Hälften, die genau zusammenpassen. Abhängig von der Symmetrie dieser Schalen wird zwischen zentrischen (mit radialer Symmetrie) und pennaten (mit bilateraler Symmetrie) Diatomeen zu unterscheiden. Die Skelette haben oft schöne symmetrische Formen und feine Strukturen. Man kann etwas über die Wasserqualität von Teichen und Flüssen sagen wenn man weiß welche Kieselalgen darin vorkommen; es sind gute Indikatororganismen. Neben der Tatsache, dass Diatomeen natürlich eine wichtige ökologische Bedeutung haben, werden sie auch vom Menschen benutzt, zum Beispiel in der Form von Kieselgur. Kieselgur ist ein Produkt, das aus den Skeletten von Kieselalgen besteht und unter anderem als Material für Filter- und Reinigungssysteme verwendet wird. Die folgenden Fotos von Kieselalgen stammen aus Wasserproben von verschiedene Gräben und Teiche.

Diatoma

Diatoma kommt in allen stehenden und fließenden Gewässern vor und zeichnet sich oft durch die charakteristische stufenförmige Anordnung der Zellen aus.

Diatoma fotografiert mit Carl Zeiss Neofluar 25/0.60 (links), Leitz Pl Apo 25/0.65 mit Ringförmiger Beleuchtung (Mitte) und Zeiss-Winkel 40/0.65 (rechts).

Diatoma aus verschiedenen Proben aus der Maas bei Kessel (Limburg, Niederlande). Die Bilder wurde gemacht mit Zeiss-Winkel Stativ B und Zeiss-Winkel 40/0.65.

Amphora

Der Begriff 'Amphora' bezieht sich im Internet hauptsächlich auf antike griechische Krüge und Vasen. Mit ein wenig Fantasie sieht die Kieselalge Amphora ein bisschen wie eine Vase aus. Amphora hat eine ovale Form mit abgeflachten Enden und die Größe variiert zwischen 5 und 100 μm.

Amphora. Objektiv: Leitz Fluotar 40/0.70.

Amphora. Linkes und mittleres Exemplar fotografiert mit Zeiss-Winkel Objektiv 40/0.65. Das linke Exemplar kam aus einer Probe von der Maas bei Kessel. Rechts aus einer Probe des Neckars bei Heidelberg, Olympus Objektiv 40/0.65.

Cocconeis

Cocconeis wird wegen seines epiphytischen Vorkommens auf Fadenalgen auch 'Algenläuse' genannt.

Cocconeis. Objektiv: Carl Zeiss Apo 40/1.0.

Pinnularia

Eine Kieselalge mit bilateraler Symmetrie und die Größe variiert zwischen 20 und 300 um.

Pinnularia, fotografiert in Hellfeld (links) und schiefe Beleuchtung (rechts). Objektiv: Carl Zeiss Apo 40/1.0.

Pinnularia. Links: aufgenommen mit schiefe Beleuchtung und Leitz Fluotar 40/0.70. Hier sind deutlich Öltröpfen sichtbar. Rechts: ein anderes Exemplar fotografiert in Hellfeld und mit Carl Zeiss Apo 40/1.0.

Pinnularia, das gleiche Exemplar fotografiert mit schiefer Beleuchtung (oben) und Hellfeld Beleuchtung (unten). Objektiv: Zeiss-Winkel 40/0.65.

Navicula

Es ist faszinierend zu sehen, wie diese Kieselalgen sich wie Boote durch das Wasser bewegen. Navicula bedeutet auf Lateinisch 'kleines Schiff'.

Navicula. Links, versteckt zwischen Cyanobakterien, Objektiv Zeiss Neofluar 40/0.75. Rechts: Objektiv Zeiss-Winkel 40/0.65.

Ansammlung von Navicula. Objektiv: Zeiss-Winkel 40/0.65. Kamera: Nikon 1 J1.

Video-Datei

Video von Navicula in Bewegung. Objektiv: Zeiss-Winkel 40/0.65.

Navicula aus Dünensee 't Wed in die Kennermerduinen. Objektiv: Leitz Fluotar 25/0.55.

Navicula fotografiert mit Schräglicht. Objektiv: Zeiss-Winkel 40/0.65.

Navicula, fotografiert im Dunkelfeld Beleuchtung. Objektiv: Leitz 25/0.50.

Fragilaria

Fragilaria, eine koloniebildende Kieselalge, bei der die einzelnen Zellen Filamente bilden

Fragilaria fotografiert mit  Zeiss-Winkel 40/0.65.

Fragilaria, links fotografiert mit schiefe Beleuchtung und Zeiss-Winkel 40/0.65. Rechts in Phasenkontrast mit Leitz EF 40/0.65 Phako.

Pleurosira

Pleurosira, eine Kieselalge, die Ketten aus sehr großen Zellen bildet.

Pleurosira. Die Probe wurde aus der Maas am Standort 'de loswal' in Kessel (Limburg, Niederlande) entnommen. Linkes und mittleres Foto: Zeiss-Winkel 40/0.65 in Hellfeld und schiefe Beleuchtung. Foto ganz rechts: Carl Zeiss Neofluar 40/0.75.

Pleurosira von einer Probe aus dem Neckar bei Heidelberg. Fotografiert mit Olympus-Objektiv 40/0.65 und fokussiert auf verschiedene Ebenen.

Pleurosira von einer Probe aus dem Neckar bei Heidelberg. Die Fotos entstanden während eines Urlaubs in Heidelberg mit dem Olympus HSA-Mikroskop, das ich als Reisemikroskop mitgenommen hatte. Objektiv: Olympus 40/0.65.

Pleurosira aus der Nordsee in der Nähe der Provinz Zeeland. Objektiv: Olympus 40/0.65.

Cymatopleura

Diese Kieselalge hat eine elliptische Form mit oft einer Verengung in der Mitte.

Cymatopleura, fotografiert mit Euromex 40/0.65.

Cymatopleura elliptica. Objektiv: Leitz Pl Apo 25/0.65.

Nitzschia

Sehr längliche und schmale Diatomeen mit einer Länge von 30–500 μm. Viele Arten produzieren Giftstoffe.

Nitzschia fotografiert in Phasenkontrast mit Carl Zeiss Neofluar Ph2 40/0.75.

Zwei verschiedene Exemplare von Nitzschia, fotografiert mit Leitz Fluotar 25/0.55 in schiefe Beleuchtung (oben) und Leitz Pl Apo 25/0.65 im Ringförmiger schiefe Beleuchtung (unten).

Melosira

Eine fadenförmige Kieselalge mit radialer Symmetrie die verschmutztes Wasser verträgt.

Melosira. Zwei verschiedene Fäden fotografiert mit Carl Zeiss 63/0.80 (oben) und Zeiss-Winkel 40/0.65 (unten).

Melosira aus der Maas bei Kessel (Limburg, Niederlande). Zwei Fäden, in unterschiedlichen Fokusebene fotografiert. Linke Fotos: Carl Zeiss Apo 40/1.0. Rechte Fotos: Zeiss-Winkel 40/0.65.

Cyclotella

Eine zentrische Kieselalge mit einem Durchmesser von 4 - 40 μm.

Cyclotella aus dem Neckar bei Heidelberg, fotografiert im Hellfeld (links) und im Schräglicht (rechts). Objektiv: Olympus 40/0.65.

Gyrosigma

Eine Kieselalge mit sigmoider Form und einer Größe von 60 bis 180 μm.

Gyrosigma aus einer Probe aus der Maas bei Kessel. Das gleiche Exemplar wurde zweimal mit einem kleinen Unterschied im Fokussierung fotografiert. Objektiv: Zeiss-Winkel 40/0.65.

Gomphonema

Eine Kieselalge mit einer Größe von 10–130 μm, die mit einem Stiel an anderen Algen befestigt ist.

Gomphonema aus dem Fluss Amstel. Objektiv: Carl Zeiss Apo 40/1.0.

Literatur

Linne von Berg, KH., Hoef-Emden, K., Marin, B., Melkonian, M. (2012). Der Kosmos Algenführer. Stuttgart: Franckh-Kosmos-Verlags-GmbH & Co.