Die richtige Objektiv-Okular Kombination

Um ein gutes mikroskopisches Bild zu erhalten, ist es wichtig, dass Objektiv und Okular übereinstimmen. In der Regel sorgen Mikroskophersteller dafür und dass eine Objektiv-Okular Kombination desselben Herstellers optimal ist. Dies ist normalerweise der Fall, aber nicht immer. Ich sehe regelmäßig, dass bestimmte optische Kombinationen verschiedener Marken ein besseres Ergebnis liefern als Kombinationen derselben Marke.

Das Objektiv und Okular gut harmonieren ist am wichtigsten, wenn Bilder aufgenommen werden sollen, da vor Allem mit Fotografie die optische Fehler gut erkennbar sind. Beim Blick durch ein Mikroskop korrigiert das Gehirn teilweise die Fehler im Bild, sodass beispielsweise chromatische Aberrationen weniger auffallen. Achtet man gut darauf, machen sich aber auch unglückliche Kombinationen von Okularen und Objektiven bei der visuellen Beobachtung bemerkbar und können ab einem gewissen Punkt als sehr störend empfunden werden. Das Sehvergnügen kann dadurch erheblich gemildert werden.

Die Qualität einer optischen Kombination kann am besten mit einem Diatomeenpräparat oder mit einem Objektmikrometer beurteilt werden. Diesem Zweck kann aber auch eine gefarbte Pflanzenschnitt oder ein Präparat von frisches Material einer Pflanze dienen. Mit den Objektivvergrößerungen 2.5x - 10x halte ich weißen Sand für ein gutes Material zum Testen der chromatische Aberration.

Für die Aufnamen wurde ein Kameraobjektiv verwendet, das als Relaisoptik zwischen Okular und Sensor fungiert. Als Kamera habe ich einen Olympus PEN E-PL1 mit einem Sigma 30 mm Objektiv oder einem Olympus 17 mm Pancake Objektiv verwendet. Mit dem Pancake Objektiv ist es möglich, das gesamte Gesichtsfeld zu fotografieren und so optische Aberrationen bis zum Rand des Sehfelds richtig zu erfassen.

Kompensierende Okulare

Das Bild von die meisten Objektive die für eine endliche mechanische Tubuslänge (meist 160 mm oder 170 mm) berechnet sind ist nicht vollständig korrigiert und enthält noch Restfehler, die durch die zugehörigen Okulare bestmöglich beseitigt werden können. Dies geschah mit Hilfe sogenannter kompensierende Okulare (Kompensationsokulare). In diese Okulare wurde ein den Objektiven entgegengesetzter Fehler eingebaut, so dass sie sich gegenseitig aufheben und das Endergebnis ein korrigiertes Bild ist. Kompensationsokulare werden oft mit den Buchstaben 'C' (compensation), 'K' (Kompensation), 'P' (Photo) oder anderen Abkürzungen mit diesen Buchstaben bezeichnet. Bei Carl Zeiss stand beispielsweise C, Cpl, Kpl oder KF auf die Okularen geschrieben und bei Zeiss-Winkel 'K'. Bei Carl Zeiss Jena war es 'K' oder 'PK' und bei Olympus 'P'. Und Leitz hatte dann wieder Periplan-Okulare. Die Bezeichnungen unterscheiden sich also je nach Hersteller und auf manche kompensierende Okulare steht gar nichts geschrieben was darauf weisst, dass es sich um Kompensationsokulare handelt, z.B. die Olympus WF10x Okulare. Ein orange-gelber Rand um das Sehfeld ist oft ein Hinweis darauf, dass ein Okular kompensiert. Dieser Rand ist jedoch nicht immer sehr gut sichtbar und einige kompensierende Okulare geben einen blauen Rand um das Sehfeld. Der beste Test ist immer noch die kritische Beurteilung eines Objektmikrometers oder ein anderes Präparat, womit chromatische Aberration leicht sichtbar ist.

Oft ist es so das nicht alle Objektive des gleichen Herstellers die gleiche Kompensation erfordern. Dies gilt insbesondere für ältere Optiken namhafter Hersteller und aktuelle markenlose Objektive. Dort ist es oft so, dass die Achromaten mit niedrigen Vergrösserung (2,5x -10x) kaum oder gar nicht kompensiert werden müssen. Wird hier ein kompensierendes Okular verwendet, werden diese Objektive überkorrigiert, was zu einer deutlichen chromatischen Aberration führt. Alle besser korrigierten Objektive wie Planachromate (Plan-)Fluorit-Objektive oder (Plan-)Apochromate müssen jedoch meistens kompensiert werden. Da eine unterschiedliche Kompensation erforderlich war, wurden verschiedene Arten von Okularen mit einem Mikroskop geliefert. Die einfachen Huygens-Okulare ohne Merkmale waren für die Achromaten mit niedrigen Vergrösserung gedacht. Allerdings hatte Carl Zeiss die Kompensation für alle Objektive auf das gleiche Niveau gebracht. Dasselbe war der Fall, als sowohl Leitz als auch Olympus begannen, Objektive mit einer Abgleichlänge von 45 mm herzustellen. Die älteren 37-mm-Objektive von Leitz und Olympus brauchten noch eine unterschiedliche Kompensation.

Carl Zeiss Oberkochen

Carl Zeiss Oberkochen hat nur Kompensationsokulare gebaut und sie wurden als C, Cpl, KF und Kpl bezeichnet. Die C-Okulare haben die geringste Korrektur und die Kpl-Okulare kompensieren am besten. C-Okulare wurden für die normale Achromaten, Cpl und KF für Achromaten / Semi-Planachromaten und Kpl auch für die besser korrigierten (Plan-)Neofluare und (Plan-)Apochromaten empfohlen. Aber eigentlich können Kpl-Okulare für alle Objektive verwendet werden. Mit den Okularen Cpl (Compensations-Plan) und Kpl (Kompensations-Plan) wird eine bessere Plankorrektur erreicht, sodass ein größerer Teil des Gesichtsfeldes scharf abgebildet wird. Für die Fotografie gab es noch spezielle Foto-Okulare, gekennzeichnet mit 'FK' und 'S-Kpl'. Die S-Kpl-Okulare waren die besten Carl Zeiss Okulare überhaupt und erzielen auf dem Gebrauchtmarkt immer noch gute Preise.

Zeiss hatte für alle Objektive mit Ausnahme des 3.2/0.07-Achromaten die gleiche Kompensation berechnet. Das bedeutet, dass kein einziges Okular von Carl Zeiss Oberkochen mit dem 3.2 Achromat zufriedenstellende Ergebnisse liefert. Dieses Objektiv benötigt kaum eine Kompensation, und bei Verwendung eines korrigierenden Okulars entsteht eine sehr starke chromatische Aberration. Dies ist ein gutes Beispiel für eine Fehlkombination von Objektiv und Okular desselben Herstellers. Deutsche Mikroskopiker bezeichnen das 3.2/0.07-Objektiv manchmal als "Flashenboden", was ganz deutlich darauf hinweist, dass die Abbildung mit einem der Carl Zeiss-Ausgleichsokulare nicht gut ist. Aber wenn dieses Objektiv mit einem nicht kompensierenden oder weniger kompensierenden Okular kombiniert wird, wird das Bild stark verbessert, wie die folgenden Experimente zeigen.

Sandkörner, fotografiert mit ein Carl Zeiss 3.2/0.07 Achromat. Links wurde ein Carl Zeiss C10x Okular verwendet, rechts ein Olympus 10x Okular. Das Olympus Okular kompensiert kaum und ergibt hier ein weit besseres Bild. Mit die Verwendung von das C10x Okular enstehen starke blaue Farbsäume. Das Olympus Okular ergibt überigens ein optimales Bild mit die Olympus 4/0.10 und 10/0.25 Achromaten.

Tilia Stammquerschnitt, fotografiert mit Carl Zeiss 3.2/0.07 Objektiv und Okularen von Olympus, Euromex und Carl Zeiss (CZ). Bei den CZ Okularen ist eine starke chromatische Aberration sichtbar, insbesondere zum Rand des Schnittes.

Tilia Stammquerschnitt fotografiert mit zwei verschiedene Carl Zeiss Übersichtsobjektive. Links: 3.2/0.07 und Olympus 10x Okular. Rechts: Plan 2.5/0.08 und Kpl10xW Okular. Die Ergebnisse sind vergleichbar weil Okulare mit unterschiedlicher Kompensation verwendet wurde.

In den folgenden Tests habe ich C10x, CPL W 10x, KF 10x und Kpl 10x W Okulare miteinander verglichen. Am enttäuschendsten sind meiner Meinung nach die CPL Okulare. Diese Okulare zeigen eine deutliche kissenförmige Verzeichnung. Kein Wunder das CPL Okulare manchmal ‘Cheap Plastic Lenses’ genannt wurde ......

Objektmikrometer, fotografiert mit ein Carl Zeiss Plan 25/0.45 Objektiv und ein CPL W 10x Okular. Die Maßstreifen sind an den Rändern durch die kissenförmige Verzeichnung deutlich gekrümmt.

Objektmikrometer fotografiert mit ein Zeiss F40/0.65 Objektiv. Links Cpl W10x Okular, rechts Leitz Periplan GF10x Okular (ältere Version). Die kissenförmige Verzeichnung mit das Cpl W10x ist hier noch deutlicher zu sehen während ein Okular von einem anderen Hersteller der Objektmikrometer viel besser abbildet.

Der Effekt, den eine kissenförmige Verzeichnung auf das Bild haben kann, wird mit ein Präparat von Arachnoidiscus deutlich. Die nächste Bilder zeigen das gesamte Gesichtsfeld, wobei das mittlere Exemplar von Arachnoidiscus zum Rand verschoben wird. Aufgrund der kissenförmige Verzeichnung des CPL W 10x Okulars ist die Diatomeen oval deformiert.

Die mittlere Arachnoidiscus (A) wird zum Rand (B) verschoben, wodurch die Diatomee oval deformiert wird. Im linken Bild ist die Verzerrung auch in den peripheren Exemplaren sichtbar. Carl Zeiss Plan 25/0.45 und CPL W 10x.

Ausschnitt von das vorherige Bild. A: Arachnoidiscus in der Mitte. B: das gleiche Exemplar, aber jetzt an den Rand verschoben. Zusätzlich zur ovalen Verzerrung ist am Rand chromatische Aberration sichtbar.

Ich habe Erfahrung mit viele Okularen von anderen Hersteller aber selten habe ich Okulare gesehen die das Bild so stark deformieren wie die Cpl Okularen.

In den folgenden Tests wurde ein Objektmikrometer mit den anderen Okularen fotografiert. Sogar die Bildqualität des C10x Okulars ist besser als bei CPL W 10x.

Objektmikrometer, fotografiert mit Carl Zeiss Plan 25/0.45 und C10x Okular. Sehr geringe kissenförmige Verzeichnung an den Rändern.

Objektmikrometer, fotografiert mit Carl Zeiss Plan 25/0.45 und KF 10x Okular. Keine kissenförmige Verzeichnung, aber etwas slechtere Plankorrektur als bei Kpl 10x W Okular.

Objektmikrometer, fotografiert mit Carl Zeiss Plan 25/0.45 und Kpl 10xW Okular. Beste Korrektur; keine kissenförmige Verzeichnung und optimale Plankorrektur.

Ausschnitte aus den vorherigen Bildern zeigen das Objektmikrometer ganz links im Gesichtsfeld. Nur das Kpl 10x W Okular liefert ein Bild ohne Artefakte über das gesamte Gesichtsfeld.

Der nächste Test ein Vergleich zwischen einem Kpl10xW Okular, dem besten Okular von Zeiss, und einem Leitz Periplan GF10x (TL 170 mm) Okular. Das Periplan-Okular scheint ziemlich gut mit Zeiss-Objektiven zu harmonieren. Allerdings ist die Plankorrektur des Kpl10xW Okulars etwas besser. Für beste Ergebnisse sollte das Periplan-Okular etwas angehoben werden, bis das Bild mit einem Zeiss-Okular parfokal ist. Ohne diese Anhebung ist das Bild aber immer noch recht gut, wie der folgende Vergleich zeigt.

Objektmikrometer fotografiert mit Zeiss Plan 40/0.65. Links wurde ein Zeiss Kpl10xW Okular verwendet, rechts ein Leitz Periplan GF10x (TL 170 mm). Die Ergebnisse sind vergleichbar. Das Periplan-Okular wurde nicht angehoben, sodass das Sehfeld nur einen sehr kleinen Bruchteil größer ist als das des Kpl10xW-Okulars.

Im folgenden Test habe ich drei Okulare miteinander verglichen: Zeiss Kpl10xW, Zeiss KF10x und Leitz Periplan GF10x (170mm). Als Material habe ich weißen Sand verwendet und mit einem Carl Zeiss Neofluar 6.3/0.20 fotografiert. Auch hier scheint das Periplan-Okular ein recht gutes Bild zu liefern, das meiner Meinung nach besser ist als das Bild mit dem Zeiss KF10x-Okular.

Weißer Sand fotografiert mit Carl Zeiss Neofluar 6.3/0.20 und Zeiss Kpl10xW (links), Zeiss KF10x (Mitte) und Leitz Periplan GF10x (rechts). Das Leitz-Okular wurde hier etwas angehoben, damit es parfokal zu den Zeiss-Okularen war. Die Fotos wurden mit einer Zeiss Standard Junior und der Olympus PEN E-Pl1 Kamera mit Olympus 17 mm Objektiv aufgenommen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass für Carl Zeiss / Zeiss Objektive für 160 mm mechanische Tubuslänge Kpl-Okulare am besten geeignet sind, sowohl für die visuelle Beobachtung als auch für die afokale Fotografie. Die einzige Ausnahme ist der 3.2/0.07 Achromat, der am besten in Kombination mit einem beliebiges nicht-kompensierenden Okular verwendet wird. Weiterhin hat sich herausgestellt, dass Leitz Periplan GF10x Okulare (TL170 mm) ziemlich gut mit Zeiss Objektiven verwendet werden können.

Zeiss-Winkel

Bei Zeiss-Winkel war die erforderliche Korrektion der verschiedenen Objektive noch nicht auf das gleiche Niveau gebracht worden. Objektive ≤ 10/0.25 benötigte kaum Kompensation. Okulare mit zusätzlicher Kompensation wurden mit 'K' gekennzeichnet, während Kpl-Okulare auch später hergestellt wurden, kurz bevor Zeiss-Winkel auf Carl Zeiss übertragen wurde. Bei Okularen, die weniger kompensieren, steht außer der Vergrößerung nichts geschrieben. Aber selbst mit diesen weniger korrigierenden Okularen liefern die geringer vergrößernden Achromaten kein optimales Bild. Vergleiche mit markenlosen Huygens-Okularen zeigen, dass sie ein besseres Bild liefern als die originalen Zeiss-Winkel-Okulare. Ich vermute, dass die weniger korrigierenden Okulare von Zeiss-Winkel ein Kompromiss gewesen sein könnten, damit sie sowohl mit den niedrigeren als auch mit den höheren Vergrößerungen nicht allzu schlecht funktionierten. Dies wurde das häufige Wechseln der Okulare verhindern.

Epidermis eines Blattes von Yucca filamentosa, fotografiert mit einem Zeiss-Winkel 10/0.25 Objektiv. A: Euromex 10x Okular. B: Zeiss-Winkel 8x Okular. Auf dem unteren Foto ist an den Rändern viel mehr Unschärfe sichtbar als auf dem oberen Bild.

Objektmikrometer fotografiert mit einem Zeiss-Winkel 10/0.25: A: unbenanntes 10x Okular. B: Zeiss-Winkel 10x Okular. Mit einem namenlosen Okular zeigt dieser alte Achromat die gesamte Mikrometerskala scharf!

Die folgenden Tests zeigen, dass Zeiss-Winkel 40/0.65 Achromate mit einem Olympus P10x Okular ein besseres Bild liefern als mit original Zeiss-Winkel K8x und 10x Okularen. Für die höher vergrößernden Objektive von Zeiss-Winkel verwende ich normalerweise Olympus WF10x-Okulare für die visuelle Beobachtung. Diese haben die gleiche Kompensation wie die P10x-Okulare und sie haben auch ein größeres Sehfeld mit der Feldzahl 18. Um die Parfokalität zu gewährleisten, sollten die Olympus-Okulare um etwa 10 mm angehoben werden.

Objektmikrometer, fotografiert mit Zeiss-Winkel 40/0.65. Okularen, von oben nach unten: Olympus P10x, Zeiss-Winkel 10x und Zeiss-Winkel K8x. Auch hier ist die chromatische Aberration bei Verwendung von Zeiss-Winkel Okularen an den Rändern deutlich sichtbar.

Auch die noch älteren Zeiss-Winkel Achromaten mit 39 mm Abgleichlänge harmonieren gut mit Okularen anderen Hersteller. Sowohl das 42/0.65 als auch das 42/0.85 Objektiv ergeben in Kombination mit einem Olympus P10x Okular nur minimale Artefakte. Und das 10/0.25 Objektiv harmoniert perfekt mit ein Euromex 10x Huygens Okular.

Zeiss-Winkel Achromat 42/0.85 ergibt in Kombination mit einem Olympus P10x Okular wenig chromatische Aberration.

Objektmikrometer fotografiert mit ein Zeiss-Winkel 10/0.25 Objektiv, 39 mm Abgleichlänge. Als Okular wurde ein Euromex 10x Huygens Okulair verwendet. Keine bemerkenswertige chromatische Aberration is sichtbar. Der Objektmikrometer wird von der Mitte bis zum Rand des Sehfelds scharf abgebildet.

Olympus, 37 mm Objektive

Olympus Mikroskope mit 37 mm Objektiven wurden mit verschiedenen Okulartypen ausgestattet. Hufeisenstative wurden häufig mit 2 oder 3 Okularen wie einem 5x, 10x und einem P10x Okular geliefert. Zusätzlich zu diesen standard Okularvergrößerungen gab es 7x, P7x, 15x und P15x Okulare. Binokularmikroskope wurden meistens mit Weitwinkelokularen (WF) ausgestattet. Die P- und WF-Okulare weisen den höchsten Korrekturgrad auf und eignen sich für besser korrigierte Objektive, Planachromaten und Achromaten ab 40/0.65 und höher. Für die niedrigen Achromaten gab es Huygens Okulare 5x, 7x und 10x. Wenn auf einem Okular ein P steht geschrieben, bedeutet dies im Allgemeinen eine bessere Korrektur. Bei Olympus wurde dies als ‘Foto-Okular’ (Photo) angezeigt.

Objektmikrometer, fotografiert mit einem Olympus 10/0.25-Objektiv. A: Olympus 10x Okular. B: Olympus P10x Okular mit chromatische Aberration an den Rändern durch zu starke Kompensation.

Objektmikrometer, fotografiert mit einem Olympus Plan 20/0.40. A: Olympus 7x Okular. B: Olympus P7x Okular. Deutliche chromatische Aberration an den Rändern mit dem 7x Okular. Dieses Objektiv benötigt die zusätzliche Kompensation eines Olympus P oder WF Okulars.

Objektmikrometer, fotografiert mit einem Olympus PL 40/0.65 und drei verschiedenen Olympus Okularen. Mit ein Olympus 10x Okular (A) sind an den Rändern chromatische Aberration und leichte kissenförmige Verzeichnung sichtbar. Eine bessere Korrektur wird mit einem Olympus P10x (B) oder Olympus WF10x (C) Okular erreicht. P10x und WF10x Okulare haben eine ähnliche Korrektur, aber das Gesichtsfeld ist bei WF10x erheblich größer.

Ich besitze einen Satz Markenlose Okulare, auf denen nur 8xP steht. Diese scheinen sehr gut mit Olympus-Objektiven zu harmonieren, wie das Bild unten zeigt

Die Kombination aus einem Olympus PL 40/0,65-Objektiv und einem markenlosen 8xP-Okular scheint gut zusammenzupassen.

Als Olympus die Objektive mit 45 mm Abgleichlänge, die sogenannten LB-Objektive (Long Barrel), einführte, wurden diese auch mit anderen Okularen verwendet. Zu diesen Okularen gehörten die CWHK10x-Okulare. Ich besitze einige Exemplare des Typs CWHK10x-T/18L. Diese Okulare funktionieren auch gut mit 37mm Olympus-Objektiven. Etwas überrascht stellte ich fest, dass sie mit 37mm Objektiven sogar noch besser harmonieren als die eigentlich dafür vorgesehenen WF10x-Okulare. Im folgenden Test habe ich die beiden Okulare miteinander verglichen und das CWHK10x scheint eine bessere Plankorrektur durchzuführen, sodass das Bild mit einem Planobjektiv bis zum Rand scharf ist.

Pollen von Clivia miniata, fotografiert mit Olympus Plan 10/0.25 (37 mm Abgleichlänge). Links: Olympus WF10x Okular. Rechts: Olympus CWHK10x-T/18L Okular. Das rechte Bild zeigt eine bessere Plankorrektur, der Durchmesser des Sichtfeldes ist minimal kleiner. Kamera: Olympus PEN E-PL1 mit 17 mm Kameraobjektiv.

Markenlose Optik

Es gibt viele Firmen, die billige Mikroskope und optische Teile aus China importieren. Die Okulare und Objektive dieser Mikroskope tragen niemals den Namen eines Herstellers, höchstens den Namen des Importeurs. Die einfacheren Mikroskope, die für die Ausbildung bestimmt sind, haben meistens normale Achromaten die für eine mechanische Tubuslänge von 160 mm berechnet sind und sie werden häufig mit Weitwinkelokularen (WF) ausgestattet, die nicht oder kaum kompensieren. Nur mit den Achromaten 4/0.10 und 10/0.25 ergibt sich dann ein vernünftiges Bild. Ab 40/0.65 ist das Bild mit solchen Okularen merklich schlechter. Manchmal wird behauptet, dass die höher vergrößernden Objektive an solchen Mikroskopen nicht überzeugen können. Das stimmt meist, solange die mitgelieferten namenlose Okulare verwendet werden. Sobald Kompensationsokulare verwendet werden, tritt eine starke Verbesserung ein. Meine Erfahrung ist, dass die höher vergrösserende markenlose Achromaten ein gutes Bild liefern können, wenn kompensierende Okulare von Olympus (WF- oder P-Okulare) oder Carl Zeiss (z.B. Kpl-Okulare) verwendet werden. Die folgenden Tests wurden mit einem markenlosen 40/0.65 Objektiv durchgeführt, das an einem sehr einfachen Schulmikroskop befestigt war. Das Objektiv wurde auch verglichen mit einem 160 mm Zeiss 40/0.65 Achromat aus den 90er Jahre.

Links: markenloses Objektiv und Zeiss 40/0.65 Achromat. Rechts: namenloses WF-Okular und Carl Zeiss Kpl10xW Okular. Solche markenlosen Objektive findet man häufig bei chinesischen Importmikroskopen aus der unteren Preisklasse.

Diatomeen im Randbereich des Sehfelds fotografiert mit dem markenlosen 40/0.65 Achromat. Oben wurde das entsprechende WF10x-Okular verwendet, unten ein Carl Zeiss Kpl10xW-Okular. In das Bild oben ist eine starke chromatische Aberration und Verzerrung sichtbar.

Ich habe dem markenlosen Achromaten mit verschiedenen Zeiss-Achromaten verglichen und ich muss feststellen, dass dieses Objektiv genauso gut ist wie der schwarze Achromat aus der späteren Zeiss Zeitraum.

Tilia Stammquerschnitt. Links: dem markenlosen 40/0.65 Achromat. Rechts: dem schwarzen Zeiss 40/0.65 Achromat. In beiden Fällen wurde ein Kpl10x Okular verwendet. Es ist kaum ein Unterschied zu erkennen, Kontrast und Farbwiedergabe sind vergleichbar.

Bei den Objektiven renommierten Hersteller müssen alle Planachromaten kompensiert werden. Bei markenlosen Optiken muss dies nicht immer der Fall sein. Ich besitze ein markenloses Plan 4/0.10 Objektiv das anscheinend keine Kompensation benötigt. Getestet habe ich das Objektiv mit einem markenlosen nicht kompensierenden WF10x-Okular, einem Olympus WF10x-Okular und einem Carl Zeiss Kpl10xW-Okular, alle mit Feldnummer 18. Die letzten beiden Okulare sind natürlich Kompensationsokulare, was an der gelb-orangen Umrandung des Sehfeldes zu sehen ist. Als Material für den Test habe ich weißen Sand verwendet. Damit können chromatische Aberrationen mit den Objektiven geringerer Vergrößerung sehr deutlich visualisiert werden.

Markenloses Plan 4/0.10 Objektiv und drei Weitwinkelokulare mit von links nach rechts: markenloses 10x, Olympus WF10x und Carl Zeiss Kpl10x W.

Weißer Sand, fotografiert mit markenloses Plan 4/0.10-Objektiv. Die verwendeten Okulare waren: markenloses 10x (links), Olympus WF10x (Mitte) und Carl Zeiss Kpl10x W (rechts). Die gelb-orange Umrandung mit die kompensierenden Okulare ist deutlich sichtbar. Das linke Bild ist so wie es sein sollte. Bei den anderen beiden Bildern sind chromatische Aberration und Verzerrung am Rand deutlich sichtbar. Da das Bild an den Rändern schlecht ist, wird der subjektive Eindruck dieser Fotos komplett ruiniert.

Fazit

Kombinationen von Objektive und Okulare desselben Herstellers müssen nicht immer das beste Ergebnis liefern. Besonders bei älteren Achromaten lohnt es sich, selbst ein bisschen zu experimentieren. Um das Beste aus Achromaten herauszuholen, sind verschiedene Okulare erforderlich, die mehr oder weniger korrigieren und bei denen die niedrigen Objektivvergrößerungen nur eine geringe oder keine Korrektur erfordern. Die richtige Objektiv-Okular Kombination lässt sich am besten experimentell und durch kritische Beurteilung des mikroskopischen Bildes mit geeigneten Präparate bestimmen.