Eine praktische, verstellbare LED-Leuchte für Mikroskope.

Beim Einkaufen in einem sehr beliebten Geschäft in den Niederlanden stieß ich auf eine LED-Leuchte, die sich als äußerst nützlich für die Mikroskopie erwiesen hat. Es handelt sich um das sogenannte 'Baltimore LED-Leuchtenset – weiße LED'. Das Set besteht aus drei Leuchten, die über USB-C wiederaufladbar sind. Eine Fernbedienung zur Einstellung von Farbtemperatur und Helligkeit ist ebenfalls enthalten. Zwei LEDs sind nebeneinander in der Lampe angeordnet; eine LED emittiert kaltweißes, die andere gelbliches Licht. Drei Einstellungen sind möglich: kaltweiß, warmweiß und warm. In der Einstellung 'warmweiß' leuchten beide LEDs. Die Lichtintensität ist von 10 % bis 100 % einstellbar, wobei 100 % sehr hell ist (Vorsicht: nicht direkt in die Lampe schauen!). Für die Mikroskopie empfiehlt es sich, ein bis zwei Mattfilter zu verwenden und diese in den Filterhalter (falls vorhanden) einzusetzen. Die Mattfilter sind notwendig, um das Licht der punktförmigen Lichtquelle zu zerstreuen und so eine gleichmäßige Ausleuchtung und ausreichende Auflösung zu erzielen. Sie dämpfen außerdem das sehr helle Licht. Ohne Mattfilter kann es schädlich für die Augen sein.

Links: LED-Lampe mit zwei nebeneinander angeordneten LEDs. Mitte: LED in mittlerer Einstellung (Warmweiß), beide LEDs leuchten. Rechts: Fernbedienung zur Einstellung von Farbtemperatur und Helligkeit.

Die LED-Lampe ist am Fuß des Zeiss-Winkel Standard Junior angebracht. Ästhetisch ist sie perfekt.

Blattquerschnitt von Rosmarinus officinalis, fotografiert mit einem Zeiss-Winkel 10/0.25 Objektiv und den drei verschiedenen Farbeinstellungen. Von links nach rechts: Kaltweiß, Warmweiß und Warmweiß.

Ich persönlich empfinde die mittlere Einstellung (Warmweiß) als am angenehmsten. Besonders bei geringer Vergrößerung kann im Bildfeld ein leichter Farbverlauf auftreten, da die beiden nebeneinanderliegenden LEDs unterschiedliche Farben haben. In diesem Fall muss die Kondensorhöhe etwas angepasst (tiefer eingestellt) oder ein zusätzlicher Mattfilter für eine bessere Lichtstreuung verwendet werden. Die Lichtintensität ist für die verschiedenen Belichtungsmethoden mehr als ausreichend. Selbst bei Verwendung des Phasenkontrasts mit einem 100/1.25 Objektiv war noch genügend Licht vorhanden.

Die LED-Lampe passt perfekt in die Öffnung am Fuß des Olympus-E-Mikroskops. Diese Anordnung funktioniert deutlich besser als mit der originalen Köhler-Lampe, die oft im Weg ist.

Präparat einer Wurzel, fotografiert im Hellfeld (links) und im polarisierten Licht (rechts). Die Aufnahmen wurden mit dem Olympus-E Mikroskop und der Baltimore LED-Lampe angefertigt. Objektiv: Olympus Plan 10/0.25.

Es gibt noch eine weitere Möglichkeit, das Licht der Lampe zu streuen: Man kann Klebeband direkt auf die Lampe kleben. Ich habe dafür Malerkrepp verwendet, wodurch das Licht stark gestreut wird. So ist kein Mattfilter im Filterhalter nötig. Trotz des Klebebands bleibt die Lichtintensität bei maximaler Einstellung sehr hoch.

Ein Stück Malerkreppband wird auf die Baltimore-LED-Lampe (links) geklebt, wodurch eine schöne Lichtstreuung entsteht (Mitte). Rechts: die LED-Lampe auf dem Fuß einer weißen Zeiss-Winkel Standard GF.

Fazit

Für weniger als zehn Euro ist LED-Beleuchtung erhältlich, die sich perfekt für Mikroskope eignet.